Seit langem ist das erhöhte kardiovaskuläre Risiko terminal niereninsuffizienter Patienten (chronische Nierenerkrankung Stadium 5) bekannt. Allerdings ist erst seit kurzem bekannt, dass Koronarpatienten mit frühen Stadien einer chronischen Nierenerkrankung bereits ein erheblich erhöhtes Sterblichkeitsrisiko aufweisen. Dabei ist unklar, durch welche Mechanismen und Komplikationen im Krankheitsverlauf diese erhöhte Sterblichkeit bedingt ist. Die enorme Bedeutung dieser Beobachtung ergibt sich aus der großen Zahl chronisch Nieren-erkrankter Patienten in den Stadien 1-4 mit mehr als 6 Millionen Patienten (mindestens 10% der deutschen Bevölkerung) in Deutschland.
Das deutsche „Coronary Artery Disease - Renal Failure“ (CAD-REF)-Register erfasst Risikofaktoren chronischer Nierenerkrankungen und kardiovaskulärer Erkrankungen - insbesondere der koronaren Herzkrankheit (KHK) - bei chronisch Nierenerkrankten Patienten und entwickelt Modelle zur Identifizierung von Hoch-Risiko- Subgruppen, um die Basis für verbesserte Präventiv- bzw. Therapiestrategien zu schaffen. CAD-REF schliesst innerhalb von 2 Jahren ca. 6000 Patienten aus 30-40 deutschen Kliniken und Praxen ein, bei denen eine präzise phänotypische Charakterisierung (Koronarangiographie, Determinierung des Stadiums der chronischen Nierenerkrankung über die Kreatinin-Clearance mittels MDRD-Formel und Albuminurie/Proteinurie- Bestimmung) und eine Genotypisierung (Erhebung genetischer Risikoprofile) als Ausgangsbefund erhoben wird und eine 2-jährige Verlaufsbeurteilung erfolgt. Dabei werden Männer und Frauen im Alter von ≥ 18 Jahren mit allen Stadien einer chronischen Nierenerkrankung und einer koronarographisch dokumentierten KHK mit einer mindestens 50%-igen Koronarstenose eingeschlossen.
Die Patienten werden im ersten Jahr alle 6 Monate, dann jährlich bis zu 24 Monate nach Einschluss per Fragebogen nach akuten Ereignissen befragt; nach einem Jahr erfolgt zusätzlich ein hausärztliches Follow up. Daten zur medizinischen Versorgung werden erhoben. Plasma- und Urin-Proben zur Exploration von Biomarkern, des Lipid-Metabolismus, der Inflammation, des Gerinnungsstatus, des oxidativen Stresses und der endothelialen Funktion sowie DNA werden analysiert. Es ist zu erwarten, dass die geplanten Langzeitbeobachtungen unter Berücksichtigung der Ausprägung der KHK und der Nierenerkrankung wichtige Informationen zu den Komplikationen zu Grunde liegenden Mechanismen und zu den Verlauf beeinflussenden Risikofaktoren ergeben werden, die die Basis für eine gezielte Prophylaxe sind.
Hieraus können langfristig Leitlinien zur Prävention sowie zur medikamentösen und interventionellen Therapie der KHK bei Nieren-erkranken Patienten entwickelt werden.
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| ● Finales Registerprotokoll |