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Nierenerkrankung - Risiko für das Herz...

Es ist seit langem bekannt, dass Patienten, die eine dialysepflichtige (Dialyse = Blutreinigungsverfahren, „Nierenwäsche“) Nierenerkrankung aufweisen, ein ca. 20-fach erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko u. a. aufgrund einer verstärkten Arteriosklerose (Arterienverkalkung) aufweisen. Während nur ca. 80.000 Deutsche dieses Endstadium der Nierenschwäche (Stadium 5) aufweisen, sind mehr als 6 Millionen Deutsche (mindestens 10% der deutschen Bevölkerung) von einer chronischen Nierenerkrankung in früheren Stadien (Stadium 1-4) betroffen, von der sie oft nichts wissen. Erst seit kurzem ist bekannt, dass Patienten mit einer Durchblutungsstörung in den Herzkranzgefäßen mit nur geringer Ausprägung einer chronischen Nierenerkrankung (Stadium 1 und 2) bereits ein erheblich erhöhtes Sterblichkeitsrisiko aufweisen. Dabei ist unklar, durch welche Mechanismen und Komplikationen im Krankheitsverlauf diese erhöhte Sterblichkeit bedingt ist.

Weitere Risikofaktoren für das Herz

Als Risikofaktoren für die Entstehung arteriosklerotischer Gefäßkrankheiten gelten heute Hypertonie (Bluthochdruck), Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, männliches Geschlecht, Alter, aber auch die Lebensweise, wie kalorien- und fettreiche Ernährung, Rauchen, Stress, aber auch individuelle Erbanlagen.

Ziele

Ziel des deutschen „Coronary Artery Disease - Renal Failure“ (CAD-REF)-Registers ist die Erfassung von Risikofaktoren chronischer Nierenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen - insbesondere der koronaren Herzkrankheit (KHK) - bei chronisch nierenerkrankten Patienten. Dabei sollen Modelle zur Identifizierung von Hoch-Risiko-Gruppen entwickelt werden, um die Basis für eine verbesserte Vorbeugung bzw. Therapiestrategien zu schaffen. Insbesondere sollen Unterschiede in Genen, die an der Entstehung und dem Verlauf der Arteriosklerose beteiligt sind, bestimmt werden.

Hilfe für Risiko-Patienten

Es werden innerhalb von 2 Jahren ca. 6.000 KHK-Patienten aus ca. 30-40 deutschen Kliniken und Praxen eingeschlossen, bei denen eine genaue Erfassung des Krankheitsbildes als Ausgangsbefund erhoben wird und eine 2-jährige Verlaufsbeurteilung erfolgt. Die Anonymität der Daten aller Teilnehmer und die ärztliche Schweigepflicht bleiben streng gewahrt. Es ist zu erwarten, dass die geplanten Langzeitbeobachtungen unter Berücksichtigung der Ausprägung der KHK und der Nierenerkrankung wichtige Informationen über die den Komplikationen zu Grunde liegenden Mechanismen und zu den Verlauf beeinflussenden Risikofaktoren ergeben werden, die die Basis für eine gezieltere Prophylaxe sind.

Hieraus können langfristig Leitlinien zur Prävention sowie zur medikamentösen und interventionellen Therapie der KHK bei Nierenerkranken Patienten entwickelt werden.

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